Köln - 13. Januar 2010
Regierungspräsident Lindlar (CDU) hat erneut dazwischen geschlagen. Eine Gesamtschule in Niehl darf nach dem Willen des kleinen Potentaten keine Ganztagsschule werden. Nach der Ablehnung der Wahl des Grünen Jörg Frank zum Stadtkämmerer ignoriert der Landesfürst wieder eine demokratische Entscheidung und hält an einem Schulmodell fest, das sich dreigliedrig darstellt und Bildung immer noch in 45-Minuten-Scheiben schneidet, damit - ja warum eigentlich? Bonn ist nicht Weimar, aber Köln bleibt Pisa.
Die Kölner Grünen und die SPD haben lange verhandelt - 20 Wochen - und haben eine Maus geboren... einen Koalitionsvertrag. Was lange währt wird gar nicht gut. Die Grünen sind gegen den Ausbau des wirtschaftlich unnützen und Natur-zerstörenden Godorfer Hafens, die SPD - natürlich - dafür. Eine Lösung wird nicht gefunden. Alle beschlossenen Punkte des "Vertrages", bleiben von der Zustimmung der Landes-Potentaten abhängig oder sind finanziell nicht machbar. Nur der Hafen kann ausgebaut werden, mit den Stimmen der CDU, ohne Vertrag. Danke, Grüne.
Ein Volvo an der Kreuzung. Die Ampel auf rot. Ein Mann Mitte dreißig. Ein junges Kind auf dem Rücksitz. Es schreit. Der Mann ist genervt und dreht sich um zu dem Kind. Die Ampel springt auf grün. Hinter dem Volvo ein VW. Darin ein Mann, genervt, Anfang vierzig. Die Ampel zeigt grün. Der Mann schreit und gestikuliert. Der Mann im Volvo schreit und gestikuliert ebenfalls. Die Ampel springt wieder auf rot. Das Kind schreit lauter. Der Mann im VW steigt aus. Der Mann im Volvo steigt ebenfalls aus. Die Ampel springt auf grün. Das Kind schreit. Die Männer laufen aufeinander zu. Der erste Schlag geht ins Leere, der zweite sitzt. Der VW-Mann schreit, Fäuste prasseln auf Jackenstoff, Gesichtshaut, das Kind schreit im Auto, die Ampel ist auf rot und wieder auf grün gesprungen.
Der Volvo-Mann blutet, der VW-Mann auch. Die Ampel springt auf rot, auf grün, auf rot, auf grün. da kommen die Männer mit dem blauen Licht auf dem Dach. Der Volvo-Mann erstattet Anzeige. Der VW-Mann auch. Wir befinden uns in Köln-Höhenberg. Danke, Grün.
Donnerstag, 14. Januar 2010
Dienstag, 12. Januar 2010
Was wir wissen sollten
"Ihr müsst ihnen nur in die Fresse schauen", sagte 1967 der damalige regierende Bürgermeister von Berlin Schütz, kniff die grauen Augen hinter den dicken Gläsern zusammen und meinte die Außerparlamentarische Opposition. Hasserfüllte Gesichter in grauen Mänteln umringten bald darauf einen Mann, der Rudi Dutschke vom Sozialistischen Deutschen Studentenbund ähnlich sah. Die Menge war kurz davor den Mann zu lynchen.
Wenig später fielen Schüsse auf Dutschke.
Den grauen Mänteln hätte man zurufen können: "Geht doch nach drüben". In der DDR hätten sie sich wohl gefühlt. Und dort hatten die grauen Mäntel noch mehr Macht. Sie standen direkt hinter denkenden Menschen und beobachteten jeden Schritt.
Im Westen prügelten Polizisten dem Schah von Persien den Weg frei. Mit ihnen prügelten auch die grauen Jacken des iranischen Geheimdienstes. Ein Grünmantel, ein Polizist, der außerdem Stasi-Agent war, erschoss einen Studenten in einem Hinterhof.
Braunhemden saßen in der Regierung. Viele Nazi-Verbrecher fanden Unterschlupf in Argentinien.
In Rumänien wurden denkende Menschen verfolgt, gefoltert, eingesperrt. Ein Putsch 1989 zwang die grauen Mäntel des Geheimdienstes zur Flucht nach Deutschland, wo sie ihre Kollegen von der Stasi schon erwarteten. In Deutschland war die Mauer gefallen, die Demokratie auf dem Weg erwachsen zu werden, es hatte sich viel verändert, aber die grauen Mäntel behielten ihre Freiheit.
Hertha Müller, Literatur-Nobelpreisträgerin, sagt in einem Fernsehmagazin: "Deutschland ist ein gemütliches Reservat für Securitate-Spitzel". Die grauen Mäntel sitzen unter uns.
Das sollten wir wissen.
Wenig später fielen Schüsse auf Dutschke.
Den grauen Mänteln hätte man zurufen können: "Geht doch nach drüben". In der DDR hätten sie sich wohl gefühlt. Und dort hatten die grauen Mäntel noch mehr Macht. Sie standen direkt hinter denkenden Menschen und beobachteten jeden Schritt.
Im Westen prügelten Polizisten dem Schah von Persien den Weg frei. Mit ihnen prügelten auch die grauen Jacken des iranischen Geheimdienstes. Ein Grünmantel, ein Polizist, der außerdem Stasi-Agent war, erschoss einen Studenten in einem Hinterhof.
Braunhemden saßen in der Regierung. Viele Nazi-Verbrecher fanden Unterschlupf in Argentinien.
In Rumänien wurden denkende Menschen verfolgt, gefoltert, eingesperrt. Ein Putsch 1989 zwang die grauen Mäntel des Geheimdienstes zur Flucht nach Deutschland, wo sie ihre Kollegen von der Stasi schon erwarteten. In Deutschland war die Mauer gefallen, die Demokratie auf dem Weg erwachsen zu werden, es hatte sich viel verändert, aber die grauen Mäntel behielten ihre Freiheit.
Hertha Müller, Literatur-Nobelpreisträgerin, sagt in einem Fernsehmagazin: "Deutschland ist ein gemütliches Reservat für Securitate-Spitzel". Die grauen Mäntel sitzen unter uns.
Das sollten wir wissen.
Montag, 11. Januar 2010
Linke und CDU streiten
Nein. Nicht miteinander. Untereinander. Gysi spricht von Denunziation. Und meint den Bartsch, das kalte Gesicht. Der über Oskar redet, während der krank ist, und ihn beerben will. Ost-Technokraten drängen an die Macht. So ist das.
Und die CDU macht sich bis hinein in den Ortsverein Urbach (Porz, Köln, Deutschland, Welt) Gedanken über Konservativismus. Oder besser über Frau Merkel, ob die als Ost-Protestantin auch konservativ genug ist. Man solle Werte bewahren, meint man.
Das meint die Ost-Linke auch. Es war nicht alles schlecht. Honnecker (SED) und Strauß (CSU) waren seinerzeit wie eineiige Zwillinge der Macht.
Das ist heute anders. Und das ist Frau Merkel zu verdanken, die eine Patriarchen-Partei tatsächlich in eine konservative Partei verwandelt hat, die auch liberal und ökologisch zu denken gelernt hat. Die Technokraten und Stammesfürsten versuchen das immer wieder zu torpedieren, wie alle, denen droht, dass sie Macht verlieren.
Kalte Machtmenschen, die mit der leiernden Politikerstimme, gibt es von Bartsch bis Pofalla in allen Parteien.
Taktiker gibt es von Merkel bis Gysi und Politiker, die noch denken - da fällt mir im Augenblick keiner ein.
Und die CDU macht sich bis hinein in den Ortsverein Urbach (Porz, Köln, Deutschland, Welt) Gedanken über Konservativismus. Oder besser über Frau Merkel, ob die als Ost-Protestantin auch konservativ genug ist. Man solle Werte bewahren, meint man.
Das meint die Ost-Linke auch. Es war nicht alles schlecht. Honnecker (SED) und Strauß (CSU) waren seinerzeit wie eineiige Zwillinge der Macht.
Das ist heute anders. Und das ist Frau Merkel zu verdanken, die eine Patriarchen-Partei tatsächlich in eine konservative Partei verwandelt hat, die auch liberal und ökologisch zu denken gelernt hat. Die Technokraten und Stammesfürsten versuchen das immer wieder zu torpedieren, wie alle, denen droht, dass sie Macht verlieren.
Kalte Machtmenschen, die mit der leiernden Politikerstimme, gibt es von Bartsch bis Pofalla in allen Parteien.
Taktiker gibt es von Merkel bis Gysi und Politiker, die noch denken - da fällt mir im Augenblick keiner ein.
Samstag, 9. Januar 2010
Kulturhauptstadt Ruhr
Und schon hat das ZDF eine Abendshow gesendet. Mit einem seichten Kinderchor, der, wie könnte es anders sein, "Bochum" singt, mit einem Tatort-Kommissar und Nena, die ihre Schlager schlägt - in gleißendem Licht mit heftig auf und ab fahrender Kran-Kamera. Eben das Übliche.
Wenn das der Maßstab sein soll - das hätte Köln auch gekonnt: ein Kinderchor leiert den obligatorischen "Höhner"-Song, ein anderer Tatort-Kommissar hätte in der Runde gesessen, Schlager von Andrea Berg, Guildo Horn oder Stefan Raab. Krankamera, ein hysterisch klatschender Saal. Wo befinden wir uns? Wo ist der Unterschied?
Also Ruhr. da gibt es wenigstens weniger Komiker. Allaaf und Glückauf!
Wenn das der Maßstab sein soll - das hätte Köln auch gekonnt: ein Kinderchor leiert den obligatorischen "Höhner"-Song, ein anderer Tatort-Kommissar hätte in der Runde gesessen, Schlager von Andrea Berg, Guildo Horn oder Stefan Raab. Krankamera, ein hysterisch klatschender Saal. Wo befinden wir uns? Wo ist der Unterschied?
Also Ruhr. da gibt es wenigstens weniger Komiker. Allaaf und Glückauf!
Freitag, 8. Januar 2010
Klassischer Fehlstart für Rot-Grün?
So heißt es aus der CDU, deren Regierungspräsident den neuen Kämmerer für die Stadt Köln, Jörg Frank, ablehnt und die Stadt anweist, dessen Wahl zu beanstanden.
Schön treu und brav sagt der neue OB Roters (dessen Neujahrsansprache wie der abgelesener Aufsatz eines Erstklässlers klang), Frank sei ein fähiger Kandidat. Pflichtgemäß sieht das die CDU (Spenden- und Beraterverträge-Skandale in Hülle und Fülle) anders. Die SPD (Spenden- und Bestechungs-Skandale in Hülle und Fülle) sieht das pflichtgemäß wie der OB. Die Grünen wähnen (vieles wird hier gewähnt und geahnt) parteipolitische Machenschaften. Ach so. Ja, wie ist die Kandidatur denn zustande gekommen? Durch Absprache. Ach so. Also alles wie gehabt.
In Wuppertal hat der D'dorfer Regierungspräsident vor einiger Zeit den Kulturdezernenten auch wegen mangelnder Führungsfähigkeiten abgelehnt. Das ganze also in Grün in der Kämmerei in Köln.
Wie wär's? Das ganze unfähige Personal: Bruche mer nit - fott domet! Aber das bleibt wohl ein Traum. Politik bleibt in Köln und Düsseldorf Personalquark.
Wer geht schon in die Politik? Durch Bürokraten-Labyrinthe direkt in den Intrigantenstadl zwischen Dummheit und Einfalt in Hülle und Fülle. Dafür will man dann aber wenigstens entschädigt werden.
Gigi Campi ist tot
Erinnern Sie sich noch an die Hohe Straße in Köln? Oder an Fotos, als dort noch Verkehr floss und die Damen wespentailliert und mit gepunkteten, ärmellosen Kleidern sich vor einem Eiscafé mit einer Tüte buntem Speiseeis ablichten ließen? Erinnern Sie sich noch an Fernweh, an den Jazz als Puls der neuen Zeit?
Gigi Campi hat diesen Puls verkörpert, er hat die legendäre Eisdiele geführt, er hat Jazz-Musiker, sehr berühmte, nach Köln gebracht, er hat Jazz-Label gegründet, er war ein Kölner, Italiener, ein Grand-Seigneur. Das weiße Haar zurück gekämmt, fein und locker gekleidet, das Telefon am Ohr, das Auge überall, die Bilder des Vaters und der Mutter im Rücken. Er ist nicht mehr.
Schön treu und brav sagt der neue OB Roters (dessen Neujahrsansprache wie der abgelesener Aufsatz eines Erstklässlers klang), Frank sei ein fähiger Kandidat. Pflichtgemäß sieht das die CDU (Spenden- und Beraterverträge-Skandale in Hülle und Fülle) anders. Die SPD (Spenden- und Bestechungs-Skandale in Hülle und Fülle) sieht das pflichtgemäß wie der OB. Die Grünen wähnen (vieles wird hier gewähnt und geahnt) parteipolitische Machenschaften. Ach so. Ja, wie ist die Kandidatur denn zustande gekommen? Durch Absprache. Ach so. Also alles wie gehabt.
In Wuppertal hat der D'dorfer Regierungspräsident vor einiger Zeit den Kulturdezernenten auch wegen mangelnder Führungsfähigkeiten abgelehnt. Das ganze also in Grün in der Kämmerei in Köln.
Wie wär's? Das ganze unfähige Personal: Bruche mer nit - fott domet! Aber das bleibt wohl ein Traum. Politik bleibt in Köln und Düsseldorf Personalquark.
Wer geht schon in die Politik? Durch Bürokraten-Labyrinthe direkt in den Intrigantenstadl zwischen Dummheit und Einfalt in Hülle und Fülle. Dafür will man dann aber wenigstens entschädigt werden.
Gigi Campi ist tot
Erinnern Sie sich noch an die Hohe Straße in Köln? Oder an Fotos, als dort noch Verkehr floss und die Damen wespentailliert und mit gepunkteten, ärmellosen Kleidern sich vor einem Eiscafé mit einer Tüte buntem Speiseeis ablichten ließen? Erinnern Sie sich noch an Fernweh, an den Jazz als Puls der neuen Zeit?
Gigi Campi hat diesen Puls verkörpert, er hat die legendäre Eisdiele geführt, er hat Jazz-Musiker, sehr berühmte, nach Köln gebracht, er hat Jazz-Label gegründet, er war ein Kölner, Italiener, ein Grand-Seigneur. Das weiße Haar zurück gekämmt, fein und locker gekleidet, das Telefon am Ohr, das Auge überall, die Bilder des Vaters und der Mutter im Rücken. Er ist nicht mehr.
Donnerstag, 7. Januar 2010
Urteils-Fehler
der Freispruch für einen Dienstgruppenleiter in Dessau, in dessen Obhut vor fünf Jahren der Asylbewerber Oury Jalloh in seiner Zelle, an Handschellen gefesselt, verbrannte, ist aufgehoben.
Nicht schlüssig erklärt schien nun dem Bundesgerichtshof, wie der Afrikaner mit gefesselten Händen seine Matratze selbst angezündet haben soll, wieso man keine Schreie gehört haben will, wieso der Feuermelder, nachdem er anschlug, mehrfach wieder ausgeschaltet wurde und erst später nur noch ein toter Schwarzer aufgefunden werden konnte. Ungereimtheiten, schon seinerzeit.
"Es wird ein Sachverhalt beschrieben, der nur schwer nachvollziehbar ist", werden die Magdeburger Richter gerügt. Vielleicht kommen wir der Wahrheit nun etwas näher.
Mittwoch, 6. Januar 2010
Chip-Fehler
Da haben wir den Salat.
2000 - kein Problem - aber 2010 stürzt alles ab. Konnte man die Uhr nach stellen. Lidl, Post, Bank, Daten wandern über Chips, über die Internet-Wolke in düstere Kanäle. Aber Bankkarten können nicht gelesen werden. Ha! Im Ausland soll das Problem noch länger anhalten. Das es so etwas wie 'Ausland' überhaupt noch gibt. Offene Grenzen, aber der Chip versteht nicht.
Schuld ist ein französischer Chip-Hersteller. Ach so! Und der gibt keinen Kommentar. Haben wir geahnt. Wie Vattenfall, Lidl, die russische Regierung oder Parteifreunde Müller oder Bögner (so heißen sie in Köln). Kein Kommentar.
Banken bieten bereits kostenloses Bargeld an. Das kann doch nur ein Chip-Fehler sein. Wem bieten die Banken Geld an? Wer bietet den Banken Geld an, Geldspritzen, Stützungskäufe, Milliardenabsicherungen? Wir, deren Chip jetzt nichts mehr versteht.
Es lebe die Wirtschaft, Prost!
2000 - kein Problem - aber 2010 stürzt alles ab. Konnte man die Uhr nach stellen. Lidl, Post, Bank, Daten wandern über Chips, über die Internet-Wolke in düstere Kanäle. Aber Bankkarten können nicht gelesen werden. Ha! Im Ausland soll das Problem noch länger anhalten. Das es so etwas wie 'Ausland' überhaupt noch gibt. Offene Grenzen, aber der Chip versteht nicht.
Schuld ist ein französischer Chip-Hersteller. Ach so! Und der gibt keinen Kommentar. Haben wir geahnt. Wie Vattenfall, Lidl, die russische Regierung oder Parteifreunde Müller oder Bögner (so heißen sie in Köln). Kein Kommentar.
Banken bieten bereits kostenloses Bargeld an. Das kann doch nur ein Chip-Fehler sein. Wem bieten die Banken Geld an? Wer bietet den Banken Geld an, Geldspritzen, Stützungskäufe, Milliardenabsicherungen? Wir, deren Chip jetzt nichts mehr versteht.
Es lebe die Wirtschaft, Prost!
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